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Maske des Frühlingsflüsterers


In der Nacht des ersten Vollmondes nach der Tagundnachtgleiche findet man im Herzen des Waldes, wo sich eine alte weinende Weide über einem Spiegelwaschbecken verbeugt, eine Frühlingsflüstermaske. Es wird nicht von den Händen eines Zauberers gemacht. Es wurde von der Natur selbst aus flexiblen Stäben, Spinnweben und zarten Blütenblättern von Primeln gewebt.
 
Wer sie trägt, erhält die größte Gabe, die Sprache des erwachenden Lebens zu verstehen. Das Rauschen des Laubs wird zu weisen Reden, das Rauschen des Baches zu einer faszinierenden Ballade und das Toben der aufwachenden Insekten zu lustigen Geschichten. Man kann den Schneeglöckchen fragen, wovon er geträumt hat, indem er durch die Eiskruste gelaufen ist, oder von einem alten Ahorn erfahren, welche Geheimnisse seine schlafenden Knospen bewahren.
 
Aber die Maske ist nicht ewig. Mit dem ersten Sonnenstrahl verwelkt sie und verwandelt sich in eine Handvoll Tau und Blätter des letzten Jahres und erinnert daran, dass es keinen Zauber braucht, um die Seele des Waldes zu hören. Es genügt, den Schritt zu verlangsamen, zuzuhören und Teil dieses ruhigen, ewigen Festes des Lebens zu werden.
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